IP-Blacklist-Check: gelistete IP finden und Delisting starten

Illustrationen von Absurd Free Illustrations.

E-Mail-Marketing ist die wichtigste Antriebskraft für jedes Online-Geschäft. Der ROI ist gewaltig: mehr als $40 für jeden ausgegebenen $1. Damit du davon profitierst, müssen deine Kampagnen aber reibungslos und ohne Unterbrechungen laufen. Das ist schwer zu erreichen, weil die Bedrohungen im Netz zuletzt ein beunruhigendes Ausmaß erreicht haben. Statistiken zufolge sind fast 80 % aller E-Mails, die heute verschickt werden, Spam.

Um Hacker zu bekämpfen, setzen Sicherheitsunternehmen, Mailbox-Provider und ISPs strenge Regeln durch, bauen aggressive Filter und aktualisieren IP-Blacklists laufend. Gemeinsam schaffen sie eine halbwegs sichere Umgebung für die Endnutzer, bauen dem E-Mail-Marketing damit aber leider Hürden auf. Aktuelle Studien zeigen: Mehr als 15 % aller E-Mail-Marketing-Kampagnen wurden im vergangenen Jahr mindestens einmal blockiert, obwohl sie keine unerwünschten Nachrichten verschickt haben.

Die harte Wahrheit lautet: Die aggressive Sicherheitspolitik, die Nutzer vor Malware schützt, wird deine IP-Adresse eines Tages ganz sicher auf einer Blacklist landen lassen, weil es immer schwerer wird, Spammer von Marketern zu unterscheiden. Das ist aber nicht das Ende der Welt. Es gibt einen Ausweg. Sehen wir uns an, wie du deinen eigenen IP-Blacklist-Check durchführst, warum du diesen Test regelmäßig machen solltest und was zu tun ist, wenn du selbst gelistet bist.

Was ist eine IP-Blacklist?

Eine IP-Blacklist ist eine Datenbank mit gefährlichen oder verdächtigen IP-Adressen. Dazu gehören:

  • Bösartige IP-Adressen, die an Angriffen beteiligt waren.
  • Anonyme Proxys. IP-Adressen von Servern, die ihre IP-Informationen verbergen.
  • TOR-Netzwerke, die Angreifer nutzen.
  • IP-Adressen von Nutzern, die weltweit Spam-Inhalte und Spam-Nachrichten erzeugen.

IP-Blacklists werden regelmäßig aktualisiert, damit Mailbox-Provider und Sicherheitsunternehmen aktuelle Daten haben und ihre Kundschaft zuverlässig vor unerwünschten E-Mails schützen können. Gmail, Outlook und Microsoft entscheiden zum Beispiel anhand dieser Blacklists über das Schicksal eines Newsletters:

  • Steht die IP-Adresse auf keiner Blacklist, kann der Newsletter direkt im Posteingang landen, oder im Spam-Ordner, wenn der Mailbox-Provider ihn verdächtig findet.
  • Steht sie auf der IP-Blacklist, wird er sofort blockiert.

Das Gute an IP-Blacklists: Jede einzelne wird eigenständig gepflegt. Es gibt keine zentrale Stelle, die sie verwaltet. Wenn du deine IP also auf Blacklists prüfst und sie nur in einer dieser Datenbanken findest, musst du dich nur mit diesem einen Dienst auseinandersetzen. Das macht den Weg von der IP-Blacklist herunter deutlich einfacher.

Beachte aber: Jeder Blacklist-Anbieter hat eigene Kriterien für die Aufnahme von IP-Adressen und ein eigenes Verfahren für den Antrag auf Entfernung. Für ein Delisting musst du dich also an konkrete Regeln halten. Hinzu kommt, dass ein Antrag manchmal nicht reicht. Meistens musst du zusätzlich Maßnahmen ergreifen, um dem Blacklist-Anbieter zu beweisen, dass du kein Spammer und kein Angreifer bist.

Bekannte IP-Blacklists

Im Netz gibt es über 100 IP-Blacklists. Welche solltest du prüfen? Idealerweise scannst du für einen vollständigen IP-Blacklist-Check jede einzelne Datenbank.

Beginne deshalb mit den bekanntesten, weil sie mehr Gewicht haben als die übrigen:

Danach nimmst du dir die weniger bekannten, aber trotzdem angesehenen Blacklist-Anbieter vor.

IP-Blacklist-Check und warum er wichtig ist

Statistiken von Spamcop

Gründe für eine IP-Blacklist-Aufnahme

Blacklist-Anbieter haben eigene Kriterien dafür, ob eine IP-Adresse in ihre Datenbank kommt oder nicht. Jeder setzt eigene Maßstäbe. Auch wenn diese Maßstäbe sich unterscheiden, gibt es trotzdem Gemeinsamkeiten.

Jedes Sicherheitsunternehmen nimmt deine IP-Adresse zum Beispiel auf eine Blacklist und blockiert jede Aktivität von dir, sobald auch nur der leiseste Verdacht auf Spam-Versand oder IP-Spoofing besteht (also gefälschte IP-Pakete, die ein anderes Computersystem vortäuschen und es so aussehen lassen, als würden Angreifer über eine andere IP-Adresse arbeiten).

Sehen wir uns weitere Gründe an, auf einer IP-Blacklist zu landen:

  • Viren und Malware auf deinem Rechner.
  • Malware-Aktivität von einer geteilten IP oder einem geteilten Server aus.
  • Ein gehacktes Konto.
  • Eine unzuverlässige IP-Adresse. Manchmal war die Person, die deine IP-Adresse vor dir hatte, ein Spammer. Oder die Person davor. Du erbst dann eine schlechte IP-Reputation und ihren Platz auf einer Blacklist.
  • Technische Probleme bei Server und Provider. Ein schlecht konfigurierter Server lässt zum Beispiel Spam-Versand zu, ohne dass du davon weißt.
  • Ungenaue IP-Erkennung. Nichts ist perfekt, und Dienste, die vor Malware und Bedrohungen aus dem Netz schützen, sind da keine Ausnahme. Wenn IP-Adressen dynamisch vergeben werden, kannst du nicht wissen, wer eine Adresse gerade nutzt. Das System blockiert womöglich eine Person wegen ihres missbräuchlichen Verhaltens und trifft damit auch legitime Nutzer, weil sie sich dieselbe IP-Adresse teilen.

Dazu kommen banale Gründe, die aus schlecht gemachten E-Mail-Marketing-Kampagnen stammen:

  • Spam-Wörter im Inhalt der E-Mail.
  • Abmeldewünsche dauerhaft ignorieren.
  • Direkte Spam-Beschwerden bei Blacklist-Anbietern.
  • Hohe Spam-Raten.
  • Ein umständlicher Abmeldeprozess. Ob du es glaubst oder nicht: Vielen Menschen ist eine Abmeldung zu kompliziert oder zu zeitraubend. Es ist für sie viel einfacher, dich als Spam zu markieren.
  • Auffälliges Verhalten.
  • Der Einsatz massenhaft gekaufter Listen, die vertippte, inaktive oder nicht existierende E-Mail-Adressen und Spamfallen enthalten können.
  • Eine hohe Bounce-Rate.
  • Eine schwankende Absender-Reputation.
  • Ungewöhnliche Versandmengen, etwa ein plötzlicher starker Anstieg der ausgehenden E-Mails.

Die Wahrscheinlichkeit, auf einer IP-Blacklist zu landen, ist also hoch. Als normaler Privatnutzer musst du dir darüber keine Gedanken machen. Wenn du aber als Solopreneur arbeitest oder ein Online-Geschäft betreibst, das stark auf E-Mail-Marketing setzt, kann eine Blacklist-Aufnahme erheblichen Schaden anrichten: einen deutlichen Einbruch der Zustellbarkeit, sinkende Öffnungs- und Conversion-Raten, wegbrechenden Gewinn und einen Reputationsverlust. Sehen wir uns weitere gute Gründe an, warum ein regelmäßiger IP-Blacklist-Check so wichtig ist.

Gründe für eine IP-Blacklist-Aufnahme

Cyberbedrohungen in Echtzeit

Warum ist ein regelmäßiger IP-Blacklist-Check so wichtig?

Du musst die Gesundheit deines Online-Geschäfts im Blick behalten, weil sie direkt mit deinem Gewinn und dem Ruf deiner Marke zusammenhängt. Bewährte Praktiken sichern dir vielleicht deinen Gewinn, sie reichen aber nicht, um dich vor dem Urteil einer IP-Blacklist zu bewahren.

Wie schon erwähnt: Auf eine IP-Blacklist zu kommen, ist lächerlich einfach, wieder herunterzukommen dagegen kniffelig. Statistiken zufolge landet jedes Online-Geschäft irgendwann einmal auf einer IP-Blacklist. Die gute Nachricht: Listungen sind alles andere als die Regel. Über alle sendenden IPs, die wir testen, zeigen unsere Benchmark-Daten, dass nur 3 % auf einer IP-Blacklist auftauchen und 97 % sauber sind. Wer schnell handelt, kann die Folgen begrenzen.

Der erste Grund für einen systematischen IP-Blacklist-Check ist deshalb: Blacklist-Anbieter informieren niemanden über eine Listung. Sie nehmen die IP-Adresse in die Datenbank auf, markieren dich als Spammer oder Angreifer und fangen an, deine Absender-Reputation zu ruinieren.

Wenn dir Anzeichen wie diese auffallen:

  • eine immer schlechtere Zustellbarkeit;
  • ein deutlicher Einbruch bei den Conversions;
  • zahlreiche Benachrichtigungen über fehlgeschlagene Zustellungen.

Dann ist es Zeit für einen IP-Blacklist-Check.

Beachte: Diese Anzeichen belegen nicht zu 100 %, dass mit deiner IP-Adresse etwas nicht stimmt. Dieselben Anzeichen deuten auch darauf hin, dass deine Domain gelistet ist. Prüfe das also ebenfalls, auch wenn Domain-Listungen seltener sind: Unsere Benchmark-Daten zeigen, dass nur 0,28 % der von uns geprüften Domains auf einer Domain-Blacklist auftauchen.

Der zweite Grund: Du weißt nie, ob du genau in diesem Moment gelistet bist oder nicht. Blacklists werden laufend aktualisiert, damit sie den aktuellen Stand abbilden. Wenn jemand anderes deine IP-Adresse mitbenutzt (der Fall beim Shared Hosting, für das sich viele Start-ups und Unternehmen mit knappem Budget entscheiden), kann deine IP-Adresse jederzeit auf einer Blacklist landen. Heute ist sie vielleicht sauber, morgen steht sie auf allen bekannten IP-Blacklists. Wer den IP-Blacklist-Check dauerhaft macht, rettet seine E-Mail-Marketing-Kampagne womöglich schon dadurch, dass er seinen Provider um eine andere IP-Adresse bittet.

Der dritte Grund für einen regelmäßigen IP-Blacklist-Check: Wer die Lage ignoriert, riskiert drastische Folgen für sein Online-Geschäft. Diese Probleme können auf dich zukommen:

  • Probleme im E-Mail-Marketing. Steht deine IP-Adresse auf einer Blacklist, blockieren Mailbox-Provider deine E-Mails. Das drückt deine Zustellbarkeit drastisch und lässt die Öffnungsraten sinken. Am Ende riskierst du niedrigen Gewinn und niedrigen ROI.
  • Ein zerstörter Markenruf. Niemand will mit einem Unternehmen zu tun haben, dessen IP-Adresse auf einer Blacklist steht. Ob du versehentlich gelistet wurdest, interessiert niemanden. Wer gelistet ist, hat etwas falsch gemacht. Ende der Geschichte. Ein beschädigter Ruf hat für jedes Unternehmen schwerwiegende Folgen.
  • Zusätzliche Kosten. Das Delisting aus der Datenbank und der Wiederaufbau deiner Reputation können viel Geld und Zeit kosten.

Ein regelmäßiger IP-Blacklist-Check ist entscheidend, weil er dein Geschäft am Laufen hält.

Statistik-Diagramm zum Zustellbarkeits-Benchmark 2020

Benchmark zur E-Mail-Zustellbarkeit 2020

So führst du einen IP-Blacklist-Check durch

Wie prüfst du deine IP also auf Blacklists? Im Netz gibt es schließlich über hundert angesehene IP-Blacklists, und jede einzelne kann deine IP-Adresse listen und deine Aktivität blockieren. Das ist eine ernsthafte Hürde auf dem Weg zu einer erfolgreichen E-Mail-Marketing-Kampagne.

Wie beim Domain-Blacklist-Check ist auch der IP-Blacklist-Check unkompliziert. Er besteht aus zwei einfachen Schritten. Sehen wir sie uns genauer an. Denk daran, auch die Statusseiten dieser Dienste zu prüfen, damit deine Website auf dem aktuellen Stand bleibt.

Schritt 1: Finde die IP-Adresse deines Mailservers

Das Einzige, was du brauchst, ist deine IP-Adresse, genauer gesagt die IP-Adresse des Mailservers. Das ist nicht deine öffentliche IP-Adresse.

Am einfachsten geht das mit MxToolbox. Dort findest du deine IP-Adresse, indem du einfach den Domainnamen deiner Website in das Eingabefeld einträgst. MXToolbox durchsucht Website und Server und liefert dir eine Adresse mit 8 bis 11 Ziffern. Das schaffen auch Menschen ohne technisches Vorwissen, ganz ohne Hilfe von Entwicklern.

Schritt 2: Nutze einen professionellen Dienst für den IP-Blacklist-Check

Jetzt, wo du die IP-Adresse deines Mailservers hast, kannst du die Prüfungen starten. Öffne jede IP-Blacklist und trage dort deine IP-Adresse ein.

Damit der IP-Blacklist-Check schnell und effizient läuft, nutzt du am besten professionelle Dienste, die mehrere Prüfungen gleichzeitig erledigen, zum Beispiel Unspam, eine kostenlose MXToolbox-Alternative, die die IP-Adresse eines Mailservers in einem einzigen Test gegen über 100 E-Mail-Blacklists prüft.

Außerdem kommt jede und jeder damit zurecht. Du schickst einfach eine E-Mail an die Testadresse und bekommst innerhalb von Minuten einen ausführlichen Bericht. Dazu gibt es weitere Informationen: Daten zum Status deiner Domain, Fehler im SPF-Eintrag oder bei der DMARC-Authentifizierung und sogar mögliche Probleme bei Barrierefreiheit und Reverse DNS. Das sind Hinweise, mit denen du dein E-Mail-Marketing künftig verbesserst.

Unspam prüft die IP eines Mailservers gegen E-Mail-Blacklists

Unspam.email

So entfernst du deine IP-Adresse von einer Blacklist

Die gute Nachricht: Jeder große Blacklist-Anbieter bietet Wege an, deinen Status zu ändern. Der Ablauf ist recht einfach und besteht im Kern aus drei Schritten.

  • Im ersten Schritt machst du dich mit dem Blacklist-Anbieter vertraut. Lies dir seine Richtlinien, Maßstäbe und Kriterien für eine Entfernung durch.
  • Im zweiten Schritt erfüllst du alle Anforderungen des Anbieters. Du prüfst zum Beispiel Rechner, Server und Website auf Viren, entfernst alle kompromittierten E-Mail-Adressen aus deiner Abonnentenliste, baust deine Absender-Reputation wieder auf, lieferst eine plausible Erklärung und so weiter.
  • Im dritten Schritt stellst du den Antrag und wartest auf Antwort. In der Regel dauert das 12 bis 24 Stunden.

Wichtig: Bei einer VPN- oder Proxy-IP-Adresse ist das Delisting manchmal nicht einfach. Dann wechselst du besser die IP-Adresse oder den Hosting-Anbieter.

So vermeidest du IP-Blacklists: bewährte Praktiken

Neben dem regelmäßigen IP-Blacklist-Check ist es entscheidend, bewährte Praktiken einzuhalten. Es gibt eine ganze Liste von Regeln, an die du dich halten solltest, um dem Urteil einer IP-Blacklist zu entgehen. Hier sind sie:

  • Investiere in einen vertrauenswürdigen Hosting-Anbieter.
  • Entscheide dich für eine statische IP-Adresse.
  • Stelle sicher, dass kein unautorisierter Traffic nach draußen geht.
  • Sorge dafür, dass jedes Gerät in deinem Netzwerk sauber ist.
  • Sorge dafür, dass Rechner und Website virenfrei sind.
  • Sorge dafür, dass der Server korrekt konfiguriert ist.
  • Sorge dafür, dass die Sicherheit deines Servers aktuell ist.
  • Prüfe VPN oder Proxy, damit du keine belasteten IP-Adressen erwischst.
  • Erstelle deine Nachrichten sorgfältig. Richte sie an den bewährten Praktiken für hohe Zustellbarkeit aus: eigenständige Betreffzeile, personalisierte Inhalte, mobilfreundliches Design und so weiter.
  • Pflege deine Verteilerliste ordentlich: Reinige sie regelmäßig von falschen E-Mail-Adressen.
  • Biete immer eine Abmeldemöglichkeit an.
  • Halte die Abmeldung einfach.
  • Setze Abmeldewünsche zuverlässig um.
  • Gewinne neue Abonnenten über ein zweistufiges Bestätigungsverfahren.
  • Baue deine Verteilerliste schrittweise auf und pflege gute E-Mail-Umgangsformen.
  • Prüfe deinen Newsletter, bevor du ihn verschickst.
  • Behalte zum Schluss Öffnungsrate, Klickrate und andere wichtige Kennzahlen deiner Kampagne im Blick. Werte die Leistungsdaten aus, um Adressen auszusortieren, die Soft Bounces verursachen.

So entfernst du deine IP-Adresse von einer Blacklist

Infografik: 10 Do’s und Don’ts im E-Mail-Marketing

Fazit

Bedrohungen aus dem Netz sind ein ernstes Problem und kosten Unternehmen weltweit sehr viel Geld. Kein Wunder, dass Sicherheitsunternehmen und Mailbox-Provider jedes Jahr strenger und härter vorgehen, um Angreifer und Hacker wirksam zu bekämpfen. Diese aggressive Politik sorgt zwar für eine sichere Umgebung für die Endnutzer, macht E-Mail-Marketern aber Probleme.

Heute kann jede und jeder auf einer IP-Blacklist landen, selbst wer nie eine einzige Spam-Mail verschickt hat. Das lässt sich kaum vermeiden. Es heißt aber nicht, dass die Folgen einer Blockade zwangsläufig eintreten. Um sie zu vermeiden, machst du den IP-Blacklist-Check systematisch und behebst Probleme sofort.

Sieh, wo deine Kampagne wirklich landet.

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